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11. Internationale Woche des Grundeinkommens 17. bis 23. September 2018

siehe www.pro-grundeinkommen.at und www.grundeinkommen.at

Einleitung

 

Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens, so wie es derzeit diskutiert wird,
sieht vor, dass jedem Bürger von Geburt an bedingungslos ein Grundeinkommen
ausbezahlt wird. Das Bedingungslose Grundeinkommen soll dabei in seiner Höhe
derart bemessen sein, dass es nicht nur die bloße Existenz sichert. Es soll darüber
hinaus auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Zentral dabei ist,
dass es - im Gegensatz zu bedarfsorientierten Sicherungssystemen - ohne Prüfung
der Bedürftigkeit und damit unabhängig von Alter, Einkommen, Familienstand
oder Beschäftigungsstatus ausbezahlt wird und von ihm auch keinerlei Zwang zur
Arbeit ausgeht.
Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens ist dabei zum einen vor dem Hintergrund
zu sehen, dass ein immer größerer Anteil der Menschen ihren Lebensunterhalt
nicht mehr durch eigene Erwerbsarbeit bestreiten kann (Stichwort: Working Poor).
Zum anderen hat sich darüber hinaus in den letzten Jahren der Eindruck verfestigt,
dass Vollbeschäftigung unter den derzeitigen Gegebenheiten faktisch nicht mehr
erreicht werden kann. Vor diesem Hintergrund erscheint es nur konsequent, Arbeit
und Einkommensgenerierung (zumindest teilweise) zu entkoppeln. Zudem würde dies
die Menschen vom „Zwang“ zur Arbeit aufgrund des Lebensunterhalts befreien und
den Menschen die tatsächliche Freiheit geben, sich für Arbeit zu entscheiden. Diese
Freiheit ist notwendig, um kreatives Potenzial freizusetzen und wirkt produktivitätssteigernd
(Stichwort: Kreative Industrien und ihr überdurchschnittlicher Beitrag zur
Wertschöpfung, unabhängige Forschung, Pflege, Kulturarbeit).
Daneben würde die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens eine gravierende
Verschlankung des staatlichen Verwaltungsapparates mit sich bringen,
da alle bisher ausbezahlten Transferleistungen im Bedingungslosen Grundeinkommen
zusammengeführt werden. Der bürokratische Aufwand sowohl auf der Seite des
Staats als auch auf der Seite der Steuer- und Abgabenpflichtigen könnte so deutlich
reduziert werden. Der Staat würde somit deutlich effizienter werden und die so
gewonnenen Ressourcen könnten produktiven Verwendungen zugeführt werden.
Ein Einwand, der an dieser Stelle häufig eingebracht wird ist jener, dass durch die
Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens die Arbeitsanreize massiv sinken
würden und Erwerbsarbeit an sich entwertet würde.
Vor diesem Hintergrund wurde im Mai 2010 erstmals in Deutschland von IMAS
International eine repräsentative Umfrage unter mehr als 2.100 Personen zum Thema
Bedingungsloses Grundeinkommen durchgeführt mit dem Ziel, folgende Fragen
zu beantworten:
Welchen Stellenwert besitzt Arbeit heute überhaupt?
Wie stehen die Bürgerinnen und Bürger zum Bedingungslosen Grundeinkommen?
Mit welchen Veränderungen ist hinsichtlich des Arbeitsangebots nach Einführung
eines Bedingungslosen Grundeinkommens zu rechnen?
Ist eine Verschlankung des Verwaltungsapparates wünschenswert und wofür
ist es „akzeptabel“ Steuern zu zahlen?
.

Auszug aus der Studie

 

Diese Studie wurde auf Anregung  von

Professor Götz W. Werner erstellt.